Samstag, 26. November 2022

Kreisfeuerwehrverband Saalekreis e. V.

Nachruf: Trauer um Kamerad Fritz Kluge

Trauer um den verstorbenen Kamerad Fritz Kluge aus der Freiwilligen Feuerwehr Langeneichstädt
Kamerad Kluge traf am 01.01.1967 die Entscheidung, Teil der Feuerwehr Langeneichstädt zu werden. Vom damaligen Wehrleiter mit Handschlag aufgenommen, begann seine Feuerwehrkarriere.
Schnell nahm Fritz eine besondere Rolle innerhalb der Wehr ein, erarbeitete sich Vertrauen und Respekt.
Bereits 1974 trug man ihm die Aufgabe der Wehrleitung an. Nur ein Jahr sollte er die Geschicke der Feuerwehr lenken. Das Jahr endete am 30.04.2014.
40 Jahre Wehrleitung, 40 Jahre neues Wissen, viel Verantwortung und stetiger Wandel.
Mit der Führungsausbildung, zu DDR-Zeiten noch einjährig im Selbststudium zu leisten, war der Grundstein für seinen weiteren Weg gelegt.
Mit der Wende kam der Umschwung, neue Wege, neue Herausforderungen, neue politische Fahrwasser. Was blieb, war sein unübertroffener Optimismus und der Wille nach vorn zu kommen.
Erneut musste die Führungsausbildung absolviert werden, um den Anforderungen der BRD gerecht zu werden. In den 90er Jahren nahm Kamerad Kluge auch diese Hürde, schloss den „Leiter einer Feuerwehr“ ab, absolvierte zahlreiche Fortbildungen im Bereich Technische Hilfeleistung, Einsatzrecht und Unfälle in und auf Bahnanlagen. Bis 2012 besuchte er mindestens eine Fortbildung am IBK. Fortbildungen auf Ebene des Landkreises mindestens jährlich.
Als mit steigenden Anforderungen auch die Technik mitwachsen musste, setzte sich Fritz für den Erwerb eines neuen Fahrzeugs ein. „Natürlich reicht der Platz dafür nicht!“, stellte er sofort fest und schob bereits 1995 den Anbau der großen Fahrzeughalle an.
Das Löschgruppenfahrzeug, gebaut in Luckenwalde und von einer anderen Kommune nicht mehr gewollt, sollte es sein. Hydraulische Rettungstechnik, Wassertank, Schnellangriff, von LO zu Hightech der damaligen Zeit. Seine Mannschaft sollte für kommende Jahre gewappnet sein.
Viele Gespräche im Ortschaftsrat brauchte es, um die Überzeugung, dass mit Neubeschaffung mehr Sicherheit der Bürger gewährleistet werden kann, reifen zu lassen.
1997 dann die feierliche Übergabe des LF 8/6 auf Mercedes, ausgebaut von der Firma Metz. Um selbst steuern zu können, nahm Fritz auch die Herausforderung an noch einmal den Führerschein zu erwerben und blieb bis weit über seine Wehrleiterposition hinaus Maschinist, mit Stolz.
Zugutekam dieser Ehrgeiz nicht nur dem Einsatzdienst. Auch der 1994 gegründeten Jugendfeuerwehr stand Fritz als Ausbilder und Maschinist zur Seite. Erfreute sich an jedem Pokal, der zum Löschangriff nass" errungen werden konnte.
2012 komplettierte er mit seiner Zustimmung zur Gründung einer Kinderfeuerwehr die Feuerwehrfamilie Langeneichstädt.
Von Einsätzen erzählend, zog er auch die jüngsten in seinen Bann. Erinnerte sich mit allen, die mit ihm Schulter an Schulter standen, an die Ereignisse. Der Verkehrsunfall Richtung Jüdendorf, bei welchem eine junge Frau tragisch ihr Leben verlor, hielt ihn ebenso fest wie ein Brand der Recyclinganlage Krumpa. Der umgekippte Radlader sorgte stets etwas für Gelächter, so wie Übungen, bei welchen man sich im LO mit Blaulicht und Martinshorn an der roten Ampel in Querfurt anstellte und Autofahrer irritierte.

Das stetige Anmahnen der zu knappen Löschwasserversorgung in der Ortslage, das Erfreuen an neuer Technik wie dem Gerätesatz Absturzsicherung, das Erlangen neuen Wissens, über die Jahre ist er sich und der Feuerwehr stets treu geblieben.
Er begegnete den jüngsten, den ältesten, den ausgebildeten und den am Anfang stehenden Feuerwehrleuten stets gleich – mit Respekt, Anerkennung und Dankbarkeit.

So wollen wir ihn im Herzen tragen und uns seiner erinnern. Daran festhalten, dass Neuerungen erforderlich sind und Wandel möglich ist. Dass Respekt und Anerkennung im Feuerwehrwesen mehr als eine Tugend sind. Wollen jene, die nach uns kommen, an die Hand nehmen und ihnen das Rüstzeug für erfolgreiche Feuerwehrkarrieren mitgeben. Ihnen den Weg bereiten und Stürme mit ihnen durchstehen, Erfahrungen teilen und gemeinsame Erinnerungen schaffen.
Hab Dank Fritz, für 64 Jahre deines Lebens, die du dem Feuerwehrwesen schenktest.
Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Langeneichstädt

 

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